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#Bauernblog - 23. September 2021

Kindergarten

Die Kälberaufzucht ist auf Milchviehbetrieben eine, wenn nicht die zentrale Stellschraube für eine gesunde und leistungsfähige Herde - denn hier geht es um unsere zukünftigen Kühe!

Auf den meisten Betrieben werden Kälber von Hand aufgezogen, was bedeutet, dass sie nur kurz oder gar nicht bei ihrer eigentlichen Mutter bleiben. Die Gründe für dieses Vorgehen liegen vor allem in der Arbeitswirtschaft, der Hygiene und der größeren Menge an Milch, die ein Kalb am Euter seiner Mutter zu sich nimmt. Vor allem in der ökologischen Milchviehhaltung finden sich neuerdings aber immer mehr Betriebe, die die Kälber länger bei ihrer leiblichen Mutter oder bei einer anderen geeigneten Kuh belassen, die als Amme meist mehrere Kälber versorgt.

Wir am Waldhof setzen auf eine Mischung beider Systeme, weil wir aus baulichen und wirtschaftlichen Gründen die etwas älteren Kälber von Hand mit Vollmilch aus dem Nuckeleimer aufziehen.

Zuerst dürfen die Kälber allerdings, nachdem sie auf der Weide das Licht der Welt erblickt haben, ein bis zwei Wochen bei ihrer Mutter bleiben. In dieser sogenannten Biestmilchphase hat die Milch der frisch abgekalbten Kuh eine andere Zusammensetzung als normale Kuhmilch. Sie hat mehr Fett und Eiweiß und ist mit Immunglobulinen (Eiweißverbindungen die das Immunsystem des Kalbes auf das herdenindividuelle Keimgeschehen vorbereiten) angereichert. An der Mutter nimmt das kleine Kalb davon so viel auf wie es will, ist erstmal optimal versorgt und hat einen guten Start!

Nach der Trennung von Kuh und Kalb kommen die Kälber in Gruppeniglus mit je zwei Kälbern, wo sie ihre Milch zweimal am Tag aus sauberen Nuckeleimern bekommen. Wir füttern sie "ad libitum", das bedeutet, dass das Kalb im Grunde so viel Milch trinken kann, wie es will. Meistens sind das etwa 10 bis 15 Liter Vollmilch am Tag. Auf konventionellen Betrieben wird die Vollmilch meist durch ein minderwertiges Substitut ersetzt, um die Aufzucht billiger zu machen, den sogenannten Milchaustauscher. Aber das gibt es bei uns nicht.

Nach etwa vier Wochen wandern die Kälbchen weiter in größere Gruppeniglus mit einem Auslauf. Dort leben sie zu viert, bis sie nach der vierzehnten Lebenswoche keine Milch mehr bekommen.

Diesen Wendepunkt des Absetzens bereiten wir vor, indem wir dem Kalb schon früh Heu, Silage und Kälbermüsli anbieten und sukzessive die Milchmenge reduzieren.

Nach ca. 14 Wochen frisst das Kalb dann schon wie die Großen und ist fit wie ein Turnschuh, wie ihr auf dem Video sehen könnt!

Euer Nils

Nils und Elena Portrait
Nils gibt Auskunft

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